13 Orte des Glücks
Hier ist das Glück zum Greifen nahe
Habt ihr auf euren Reisen schon einmal eine Statue gesehen, die an einer Stelle viel heller und glänzender als überall sonst ist? Oder eine, vor der eine lange, mit Fotoapparaten ausstaffierte Menschenschlange steht? Touristen, die einer Statue in den Schritt greifen oder ihr am Bart ziehen und sich dabei lächelnd von den Freunden ablichten lassen? Dann stehen die Chancen gut, dass ihr einen Glücksbringer gefunden habt. Im Zweifelsfall gilt: anstellen und anfassen. Um sicher zu gehen, dass ihr euren Glückstag nicht verpasst, wenn ihr ihm schon mal zum Greifen nahe seid, stellen wir euch die weltweit bekanntesten Glücksbringer zum Anfassen vor. Und zwar 13 davon, wir sind schließlich nicht abergläubisch.
Blarney Stone, Irland
Hier fehlen einem wirklich die Worte – beziehungsweise nachdem ihr diesen Glücksbringer aufgesucht habt gemäß der Legende nie wieder. Hier berührt ihr den Glücksbringer nicht nur, sondern ihr müsst ihn küssen. Und zwar den berüchtigten Blarney Stein am Blarney Castle. Da das alleine ja langweilig wäre könnt ihr den Stein nur küssen, indem ihr euch auf den Rücken legt, euch gut festhaltet und kopfüber weit nach hinten beugt. Ewige Eloquenz ist der Lohn für die Mühen.
Bulle, New York, USA
Der Bulle von New York soll den Optimismus der Wall Street symbolisieren. Das ist wohl in letzter Zeit des Öfteren nur Wunschdenken, insofern beschränken sich Touristen meist darauf, sich vom "Stürmende Bullen" am Beginn des Broadways Glück zu erhoffen. Hierfür wird die Schnauze gestreichelt, der Bulle an den Hörnern gepackt und ganz besonders gerne auch die überdimensionalen Hoden des Bullen betatscht. Man hat ja sonst an der Wall Street nicht so viel zu lachen.
El Caballero de París, Havanna, Kuba
Der “Ehrenmann von Paris” war in seinem echten Leben weder ein Edelmann, noch aus Paris. Er war ein Vagabund aus Spanien, der durch Havannas Straßen zog, jedem den er traf ein kleines Geschenk machte und zu allen immer nett war. Erst 2001 wurde ihm ein Denkmal geschaffen, das sich innerhalb kürzester Zeit zu einem Ort für Glücksuchende entwickelte. Ihr könnt seinen Zeigefinger anfassen, oder ihm am Bart ziehen. Wenn ihr ein Mädchen seid solltet ihr ihn an eurem 15. Geburtstag aufsuchen – auch das scheint sich in Havanna zu einer Tradition entwickelt zu haben.
Everard 't Serclaes, Brüssel, Belgien
Der Herzog von Cruyckembourg ist einer der berühmtesten Bürger Brüssels und seine Legende lebt weiter. Denn ihm zu Ehren kreierte der Bildhauer Julien Dillens eine Grabplatte in der Rue Charles Buls, ganz in der Nähe des Grand'Place im Zentrum von Brüssel. Wer den golden schimmernden Arm des Edelmanns im Todesschlaf berührt, dem soll ein Wunsch in Erfüllung gehen.
Grab von Victor Noir, Paris, Frankreich
Der Journalist Yvan Salmon, tätig unter dem Synonym Victor Noir, wäre wahrscheinlich nie bekannt geworden, hätte ihn nicht Prinz Pierre Bonaparte, der Neffe Napoleons, erschossen. Der Ruchlose Mord blieb ungesühnt, so erhielt Victor Noir eine Grabstätte auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris, die noch heute berüchtigt ist. Hauptsächlich aber wegen der deutlichen Beule im Lendenbereich der liegenden Statue. Frauen sollen in Scharen zum Grabmal pilgern, denn dem guten Victor in den Schritt zu fassen verspricht Fruchtbarkeit und sexuelle Aktivität. (Gilt sicher auch für Männer.)
Grgur Ninski Statue, Split, Kroatien
Als Bischof von Nin und Kanzler des kroatischen Königreiches prägte Gregor von Nin die Geschichte, die gigantischen Statue die ihm zu Ehren in Kroatien aufgestellt wurden prägen die Sightseeing-Pläne der Kroatien-Touristen. Insbesondere die riesige Statue in Split ist besonders beliebt, denn wer den großen Zeh des linken Fußes des fast 10 Meter hohen Denkmals berührt, kann sich Glück und Gesundheit erhoffen.
Il Porcellino, Florenz, Italien
Die Florentiner nennen ihren kleinen Glücksbringer liebevoll “Schweinchen”, auch wenn es sich dabei wohl eher um ein prächtiges Wildschwein handelt. Seine Schnauze streicheln oder gar eine Münze in das Maul des Bronzeschweins legen soll Glück bringen. Der deshalb mittlerweile von den vielen Streicheleinheiten der Touristen gezeichnete Eber steht im Markt des Mercato Nuovo und ist die wahrscheinlich weltweit am häufigsten kopierte Glücks-Statue.
Julia-Statue, Verona, Italien
Scharenweise pilgern die Touristen in den kleinen Hinterhof in der Via Capello 23, der "Casa die Giulietta", um einen Blick auf den berüchtigten Shakespeareschen Balkon zu werfen. Außerdem steht im Hof des mittelalterlichen Hauses eine Julia-Statue, deren rechte Brust blank poliert ist von den Abertausenden Touristen-Händen. Julia an die Brust zu fassen soll nämlich Glück in der Liebe bringen. Ob Quantität oder Qualität sei mal dahingestellt.
Lachender Buddha, Linyin Temple, Hangzou, China
Der Lingyin-Tempel nord-westlich von Hangzhou in der Zhejiang Provinz ist eines der wohlhabendsten Klöster Chinas. Der Weg zum Tempel ist gesäumt von Hunderten in den Fels des Feilai Feng (Herbeigeflogener Gipfel) gehauenen Skulpturen. Schräg gegenüber des jetzigen Eingangs lacht ein zufriedener, wohlgenährter Buddha auf die Besucher herab. Seinen kugelrunden Wohlstandsbach zu streicheln soll eben diesen bringen. (Wohlstand und Glück meinen wir, nicht den Bauch.)
Nepomuk-Statue, Prag, Tschechien
Die gotische Karlsbrücke, die die Altstadt in Prag mit dem Stadtteil Malá Strana verbindet, beherbergt 30 barocke Statuen aus dem 17. Jahrhundert. Doch eine von ihnen sticht hervor, meist aufgrund der Menschenmenge vor ihr. Die Namens-Plakette der Statue des St. Johannes von Nepomuk zu berühren soll nämlich Glück bringen. Lasst euch aber nicht davon irritieren, dass auch der Hund auf der zweiten Plakette daneben ganz golden glänzt. Daran sind die vielen Touristen schuld, die gar nicht wissen, was sie eigentlich anfassen sollen.
Showgirls Bronze, Las Vegas, USA
Sin City wie sie sein soll: Hier gibt es pralle, nackte Hintern zum Anfassen, und Glück im Spiel versprechen sie außerdem. Das Bronze-Relief der halbnackten Showgirls der Crazy Girls Revue des Riviera Hotel ist die wahrscheinlich am meisten fotografierte Skulptur von Las Vegas, und bei diesen Mädels ist angrapschen sogar erwünscht. Ein Klaps auf einen der runden Hintern (oder auch ausgiebiges Rubbeln) soll Glück bringen.
St. Peter Statue, Rom, Italien
Der Petersdom in Italien ist ein Publikumsmagnet – Glücksbringer hin oder her. Nichts desto trotz gibt es meist im rechten Mittelschiff einen kleinen Andrang an Glück-suchenden Gläubigen und Anders-Gläubigen gleichermaßen vor einer imposanten Statue des Künstlers Arnolfo die Cambio. Sie alle wollen den rechten Fuß der St. Peter Statue aus dem 13. Jahrhundert küssen oder anfassen, denn das soll Glück bringen. Und der arme St. Peter hat schon fast keine Zehen mehr.
Van Mieu, Hanoi, Vietnam
Wer keine Lust hat Bücher zu wälzen und für Prüfungen zu lernen sollte Schildkröten streicheln gehen. Genaugenommen die 82 steinernen Schildkröten des Van Mieu Tempels, Tempel der Literatur. Die Schildkröten tragen hohe steinerne Tafeln auf ihren Panzern mit den Namen der erfolgreichen Absolventen der royalen Examen der Le und Mac Dynastien. Heute sollen die Schildkröten allen Prüflingen Glück bringen.
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November 2011