Amsterdam auf Eis
Cheapflug.de empfiehlt: Niederländisches Wintervergnügen auf scharfen Kufen
Unsere niederländischen Nachbarn sind uns seit jeher ein Rätsel. Insbesondere in Sachen Fortbewegung scheinen sie ihre ganz eigenen Vorlieben zu hegen. Auf deutschen Autobahnen oft verflucht, sind die Holländer in niederländischen Gefilden bei Wind und Wetter mit dem „fiets“ unterwegs: Das Fahrrad ist ein wichtiger Bestandteil der niederländischen Kultur. Das wichtigste Wort, mit dem Amsterdam-Besucher sich am besten schon vor Ankunft vertraut machen sollten, ist „tring“ – der Klang der Fahrradklingel. Doch nicht nur auf zwei Rädern sind die Niederländer rasant unterwegs: Sobald die Kälte die zahlreichen Grachten und Gewässer innerhalb und außerhalb der Metropole in begehbare Eisflächen verwandelt, steigen die Bewohner auf scharfe Kufen um und verbringen jede freie Minute auf dem Eis.
Es ist faszinierend zu sehen, wie sich scheinbar alles nur noch ums Eislaufen dreht, sobald sich auf den Gewässern in und um Amsterdam eine geschlossene Eisdecke bildet. Die ganze Stadt scheint auf dem Eis unterwegs zu sein – ein tolles Spektakel, das man mindestens einmal miterleben sollte. Wer sich für einen guten Schlittschuhläufer hält, weil er schon einmal seine Runden in der Eishalle gedreht hat, sollte sich allerdings nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen: Auf den Schlittschuhen zeigen die Niederländer oft ungeahnte Fähigkeiten, die die deutschen Nachbarn vor Neid erblassen lassen.
Die beiden Verben „schaatsen“ und „klunen“ beschreiben die meistgeliebte Tätigkeit der Niederländer während der „Eiszeit“. Während „schaatsen“ die Fortbewegung per Schlittschuh auf dem Eis meint, beschreibt „klunen“ den Landgang mit selbigem Schuhwerk, zum Beispiel wenn kleine Wegabschnitte aufgrund einer unterbrochenen Eisdecke oder anderer Hindernisse an Land zurückgelegt werden müssen. Während das „klunen“ ein gewöhnungsbedürftiger Anblick für Ausländer ist, erregt ein Schlittschuhläufer an Land bei den Bewohnern von Amsterdam kein Aufsehen, sondern fügt sich wie selbstverständlich ins winterliche Stadtbild ein.
Wer nach der eiskalten Schlitterpartie auf den Grachten seine Zehen und Nasenspitze kaum mehr spüren kann, dem wird beim Aprés-Eislaufen schnell wieder warm ums Herz. Einkehren kann man in eine der traditionellen braunen Kneipen, die seit vielen Jahrhunderten Frostbeulen, einsame Herzen und gesellige Runden mit Bier, Genever und Likör in allen Geschmacksrichtungen versorgen. Der alte Holzboden ist überzogen von einer dünnen Sandschicht, dunkle Holzeinrichtung und schummriges Licht erzeugen eine warme Atmosphäre und machen der Bezeichnung „bruin café“ alle Ehre. Das Cafe In’ t Aepjen am Zeedijk ist eine der schönsten braunen Kneipen der Stadt. Hier trifft man in authentischer Atmosphäre neben netten Menschen auch auf einen Haufen von Affen, die die Barbesucher aus allen Ecken der Kneipe beobachten. Die Äffchen sind ein fester Teil der Dekoration, die eine kleine Geschichte aus der Vergangenheit erzählt. Denn früher hielten hier viele Seeleute ihre Trinkgelage ab. Wer nicht genug Geld hatte, um seine Rechnung zu begleichen, hinterließ einfach eines seiner exotischen Mitbringsel – wie zum Beispiel lebendige Äffchen aus Übersee.
Cheapflights Media Ltd
Februar 2012