Billigflieger
Was euch erwartet und wie ihr die billigsten Flüge findet
Wir befinden uns im Zeitalter der Billigflieger. Viele von uns, die heutzutage innerhalb Europas reisen wollen, schauen erst gar nicht bei Lufthansa, sondern suchen direkt bei Ryanair oder airberlin und buchen Flüge nach Spanien, die billiger sind als ein Zugticket innerhalb Deutschlands.
Wir erwarten nicht länger einst standardmäßigen Leistungen wie reservierte Sitzplätze, Mahlzeiten oder Beinfreiheit – all das verblasst im Angesicht von massiven Einsparungen beim Flugpreis. Aber für welche Services lohnt es sich mehr zu zahlen? Welche der Billigflieger sind besser als andere? Und wie kommt ihr an die wirklichen Billigflüge, Steuern inklusive?
Geschichte
Als erste Billigfluglinie wird im Allgemeinen die US-amerikanische Southwest angesehen, die 1971 an den Start ging mit dem revolutionären Konzept, einige der Extras zu kürzen und damit die Kasse der Passagiere zu schonen. Das Konzept wurde 1990 in Irland von Ryanair aufgegriffen.
Die Fluglinien
Europaweit am erfolgreichsten sind heute Ryanair und easyJet. Von Deutschland aus fliegen zusätzlich airberlin, Condor, Germanwings und TUIfly. All diese Billigfluggesellschaften fliegen deutschland- und europaweit beliebte Reiseziele an und arbeiten ständig an der Erweiterung ihres Angebots. airberlin und Condor haben zusätzlich eine ganze Reihe an Fernzielen im Programm. Ryanair wird oft als der billigste der Billigflieger angesehen – man findet kaum billigere Flüge, aber dafür gibt es ohne Aufpreis auch nur minimalen Service.
Weitere Billigflieger, die von Deutschland aus fliegen, sind u.a. die türkische Sun Express, die niederländische Transavia und die ungarische Wizz Air.
Was diesen Fluglinien gemeinsam ist, ist die Tatsache, dass ihr mehr zahlen müsst, wenn ihr mehr als das Ticket selbst wollt. Gepäck aufgeben, etwas zu essen, Sitzplatzreservierung, manchmal sogar das Einchecken am Flughafen – all das gilt als „Extra“ und muss dementsprechend extra bezahlt werden. Die Kosten sind je nach Anbieter unterschiedlich, und das obwohl Fluglinien mittlerweile durch eine EU-Verordnung dazu verpflichtet sind, die Endpreise für den Kunden leicht erkennbar darzustellen. Daher lohnt es sich vor der Buchung zu überprüfen, wer was für welchen Service berechnet.
Mehr zahlen oder leiden?
Für welche dieser Extras lohnt es sich zu zahlen, um welche kommt ihr nicht herum und worauf könnt ihr verzichten?
Essen: Die Preise für Verpflegung an Bord sind von Airline zu Airline unterschiedlich. Bei einigen Billigfliegern gibt es Snacks und alkoholfreie Getränke sogar umsonst, bei anderen kostet alles extra. Im Allgemeinen gilt: Je billiger die Airline, desto teurer die Verpflegung an Bord. Am günstigsten kommt ihr in diesen Fällen weg, wenn ihr euer eigenes Käsebrötchen mitbringt.
Gepäck: Um diese Zusatzgebühr kommt ihr bei einigen Billigfliegern nicht herum, wenn ihr Gepäck aufgeben wollt.Wenn ihr bereits vor Abflug wisst, dass ihr die Freigrenze überschreiten werdet, könnt ihr online zusätzliches „Freigepäck“ dazubuchen – gegen Bezahlung, versteht sich. Bei Germanwings, Ryanair und easyJet kostet jedes aufgegebene Gepäckstück extra, und wenn euer Gepäck die Gewichts-Grenze überschreitet, werdet ihr für das Übergepäck zusätzlich zur Kasse gebeten.
Sitzplatzreservierung/Speedy Boarding: Wenn ihr euren Sitzplatz reservieren wollt, könnt ihr das bei vielen Billigfliegern online tun. Allerdings kostet euch das je nach Airline zwischen 5 und 15 Euro. Bei easyJet und Ryanair könnt ihr keine Sitzplätze reservieren, dafür gibt es da „Speedy Boarding“. Selbstverständlich gegen Bezahlung erwerbt ihr das Recht, vor den zahlungsunwilligen Passagieren einsteigen zu dürfen. Wie sinnvoll diese Ausgabe ist, muss jeder für sich entscheiden. Wenn ihr z. B. mit Kleinkindern unter 2 Jahren reist, werdet ihr sowieso im Anschluss an die bevorzugt boardenden Fluggäste an Bord gelassen. Und wenn ihr mit dem Bus zum Flieger gebracht werdet, befindet ihr euch unter Umständen sowieso im selben Bus wie die erste Gruppe Passagiere, die damit ganz umsonst Geld für Speedy Boarding ausgegeben hat. Wenn euer Urlaubsglück nicht davon abhängt, als Erstes an Bord zu sein, könnt ihr euch diese Ausgabe getrost sparen.
Einchecken am Flughafen: Die Fluglinie für das Vergnügen zu bezahlen, dass ihr am Flughafen einchecken dürft, ist für viele Passagiere ein Schritt zu weit. Dennoch wird für dieses „Extra“ mittlerweile manchmal eine Gebühr erhoben. Um die zu umgehen, solltet ihr online Einchecken - damit erspart ihr euch auch das Schlangestehen am Flughafen. Wenn ihr allerdings Gepäck aufgeben wollt, könnt ihr nicht bei allen Billigfliegern online einchecken. In dem Fall müsst ihr für den Check-In am Flughafen wohl oder übel bezahlen.
Wie ihr die besten Angebote findet
Die Zeiten der 1 Euro-Flüge sind seit dem Inkrafttreten der EU-Verordnung vorbei, aber die Billigflieger locken immer noch mit supergünstigen Angeboten. Wenn ihr allerdings anfangt nach Flügen zu suchen, sind die billigen Tickets oft nirgends zu finden. Wie kommt ihr also an diese Angebotspreise? Mit den folgenden Tipps spürt ihr die flüchtigen Preise auf:
- Die billigsten Sitzplätze sind am schnellsten ausverkauft. Besucht die entsprechende Website, sobald ein neues Angebot angekündigt wird, wenn ihr einen billigen Sitzplatz ergattern wollt.
- Denkt daran, dass Steuern und Gebühren sich schnell zu einer beträchtlichen Summe addieren. Sucht nach Flugtickets, die mit „Steuern und Gebühren inklusive“ angeboten werden.
- Wenn ihr während der Schulferien oder am Wochenende fliegen wollt, verabschiedet euch von den Billigtickets. Die Angebotspreise gelten dann so gut wie nie. Sucht besser nach Flügen unter der Woche.
- Wenn ihr ein günstiges Angebot findet, bucht es. Die Preise für Flugtickets gehen im Laufe der Saison selten nach unten.
- Newsletter-Abonnenten sind für gewöhnlich die ersten, die von neuen Angeboten erfahren. Meldet euch für alle Newsletter an, die für euch interessant sein könnten.
- Seht euch um und vergleicht die Angebote. Kein Billigflieger hat immer die niedrigsten Preise.
- Seid flexibel, wenn es um die Zielwahl geht. Die beliebtesten Städte sind bestimmt nicht die mit den niedrigsten Ticketpreisen. Wählen Sie Osteuropa, wenn ihr wirklich billig fliegen wollt.
Cheapflights Media Ltd
Aktualisiert November 2011