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CO2 Ausgleich bei Flugreisen

So könnt ihr ohne schlechtes Gewissen fliegen

Auch wenn ihr in den Urlaub fliegt hinterlasst ihr einen Fußabdruck auf der Erde – aus CO2. Fliegen ist und bleibt aber die schnellste und bequemste Art in die Ferne zu reisen. Was also tun, um die Verpestung der Atmosphäre mit Kohlenstoffdioxid der Flugzeuge irgendwie wieder gut zu machen?

Flugzeuge sind heutzutage als Transportmittel kaum wegzudenken, ebenso unbestreitbar ist aber auch der schädliche Effekt der überproportionalen Zunahme des Treibhausgases in der Erdatmosphäre. Deshalb hat sich mittlerweile eine Branche entwickelt, die sich mit der CO2-Kompensation von Flugreisen beschäftigt. Dabei investieren Fluggäste freiwillig einen gewissen Betrag gemäß der von ihnen zurückgelegten Strecke in Klimaschutzprojekte, und gleichen so den beim Flug hinterlassenen CO2 Fußabdruck aus. Möglich ist dies über spezielle Agenturen, Fluggesellschaften und Reisebüros. Wir stellen hier die verschiedenen Kompensations-Möglichkeiten vor.

Online Agenturen

Im Internet gibt es zahlreiche Anbieter von CO2-Kompensationen für Flugreisende, davon sind aber laut einer Studie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Berlin nur drei empfehlenswert. Denn diese Websites müssen einerseits ein genaues und transparentes Verfahren zur Berechnung des C02-Ausstoßes haben, andererseits in relevante und seriöse Projekte investieren, benutzerfreundlich sein, und die Nutzer müssen erfahren, was mit ihrem Geld passiert und das es wirklich einen Unterschied macht. Demnach sind nur die Spezialanbieter Atmosfair.de, Myclimate.org und Goclimate.de geeignet.

Die deutsche Website Atmosfair.de bietet einen Emissionsrechner an, mit dem ihr herausfinden könnt, wie viel CO2 eure Reise verursacht hat. Dann könnt ihr euch ein so genanntes Atmosfair-Zertifikat buchen, was nichts anderes ist als eine Spende an die von Atmosfair geförderten Klimaschutzprojekte. Für einen Hin- und Rückflug Frankfurt – London errechnet Atmosfair 10 Euro Emissions-Ausgleich. Das Geld fließt in, von der UN gemäß dem Kyoto-Protokoll überwachte, Solar-, Wasserkraft-, Biomasse- oder Energiesparprojekte in Entwicklungsländern.

Die Non-Profit-Stiftung Myclimate.org ist eine internationale Initiative mit Schweizer Wurzeln. Auch auf dieser Website lässt sich mit Hilfe eines CO2-Rechners die Umweltbelastung eines Fluges, aber auch einer Autofahrt, eines Events, etc. berechnen. Hier gibt es die Möglichkeit, für Klimaschutzprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern zu spenden (im Fall Flug Frankfurt – London 10 CFH, etwa 9 Euro), oder die Spende mindestens zur Hälfte in Schweizer Klimaschutzprojekten und den Rest in Projekte in Entwicklungsländern fließen zu lassen (das kostet dann bei unserem Flug 36 CFH, etwa 33 Euro).

Goclimate.de ist mehr als nur Anbieter von CO2-Kompensation, das Unternehmen bietet außerdem Consulting rund um Energie und Klimaschutz sowie Beratung für Umweltkommunikation und Konzepte an. Der Emissionshandel läuft über das schwedische Unternehmen Tricorona AB. Nichts desto trotz gibt es auch auf dieser Website einen einfachen Emissionsrechner, der für den Frankfurt – London Flug Kosten von 7,77 Euro für das goClimate Klima-Zertifikat für den CO2-Ausgleich ausspuckt.

Fluggesellschaften

Einige Fluggesellschaften bieten ihren eigenen CO2-Ausgleich an.

easyJet führt als erste Airline den CO2-Ausgleich mit UN-Projekten ein und bietet ihn als Teil der Buchung an. Der Betrag wird je nach Streckenlänge, Auslastung des Fliegers und Kerosinverbrauch berechnet, für einen Flug von Düsseldorf nach London müsstet ihr demnach 2,28 Euro zahlen, um euren CO2-Ausstoß auszugleichen.

Auch British Airways und KLM bieten während des Buchungs-Prozesses die Möglichkeit, über ihr eigenes Programm einen Beitrag für Umwelt- und Klimaschutzprojekte zu leisten. Bei BA seid ihr mit etwa 3,70 Euro als Klimaschutz-Beitrag für einen Hin- und Rückflug London – Frankfurt dabei. KLM bietet CO2-neutrales Reisen als Zusatzoption ab 1,74 Euro für diesen Flug an (allerdings scheint man sich als Flying Blue Mitglied einloggen zu müssen um sie auszuwählen, der Vorgang ist also nicht so ganz klar).

Andere Fluggesellschaften arbeiten mit einem der bereits oben genannten Spezialanbietern zusammen.

Lufthansa, SWISS und TUIfly kooperieren zum Beispiel mit Myclimate.de. Bei Lufthansa kann im Anschluss an die Buchung jeder Fluggast über einen Emissionsrechner seinen CO2-Ausstoß für die jeweilige Strecke ermitteln und diesen freiwillig kompensieren, das geht sogar mit Prämienmeilen des Vielfliegerprogramms Miles & More. Bei der Berechnung berücksichtigt der Partner die aktuellen Verbrauchsdaten der jeweiligen Flotte, Lufthansa-Flüge London – Frankfurt kommen so auf 5 Euro CO2-Kompensation. Ein nettes Extra: Die speziellen Projekte, welchen die Spende zu Gute kommen, werden auch genannt. (In unserem Test-Fall Klimaschutzprojekte zur Gewinnung von Elektrizität aus Biomasse in Indien.) TUIfly hat die CO2-Kompensation sehr bedienerfreundlich in den Buchungsprozess integriert und errechnet für einen Hin- und Rückflug Hannover – London 4 Euro (der Betrag lässt sich aber beliebig verringern und erhöhen).

Reisebüros

Auch die großen online Reisebüros arbeiten mit den Spezialagenturen zusammen.

Opodo.de, Ebookers.de und Lastminute.de kooperieren mit Atmosfair. Opodo weist in der Bestätigungs-Email auf die Möglichkeit des CO2-Ausgleichs hin; Ebookers integriert den Klima-Spende bei Pauschalreisen in den Buchungsprozess, gibt den errechneten Betrag für die jeweilige Reise an, bietet die Möglichkeit die Spendenhöhe individuell zu ändern und stellt das Klimaschutz-Projekt kurz vor; bei Lastminute könnt ihr im Anschluss an die Buchung einer Pauschalreise einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Das vierte große Portal, Expedia.de, arbeitet mit der CarbonNeutralCompany zuammen, deren Emissionsberechnung und Projektqualität allerdings nicht den Anforderungen der vzbv entsprechen.

 

Allgemein lassen viele Angebote insbesondere in Sachen Benutzerfreundlichkeit und praktische Integration in den Buchungsprozess noch zu wünschen übrig, doch das wird sich sicher bald ändern. Außerdem sind die aktuellen Angebote durchaus gut genug, um einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz und zum COC2-Ausgleich von Flugreisen zu leisten.

 

Cheapflights Media Ltd

 

August 2011